Beratung durch Makler oft mangelhaft

Der Immobilienmarkt steht derzeit gut da: Hauskäufer finden in jedem Fall ein Objekt, das ihnen zusagt. Der Grund: Es herrscht ein Anlagenotstand und die Zinsen sind immer noch im Keller. Die Deutschen investieren ins Wohneigentum und werden dabei von einem – hoffentlich – kompetenten Makler beraten. Hoffentlich deshalb, weil aktuelle Tests zeigen, dass es viel zu viele schwarze Schafe auf dem Markt gibt.

Angebot und Leistung

Wenn die Nachfrage nach Wohneigentum groß ist, finden Makler rasch Käufer für die einzelnen Objekte. Doch mit den Preisen steigen auch die Provisionen – nicht jedoch die Leistung. Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat jüngst getestet, wie gut Maklerunternehmen wirklich arbeiten. Fazit: Kaum ein Käufer wird wirklich umfassend beraten. Die Nachteile einer Immobilie werden gern einmal verschwiegen, damit das Objekt verkauft werden kann. Im Übrigen richtet sich das Interesse der Makler oft nach den eigenen Verkaufswünschen und weniger nach den Vorstellungen der Käufer.
Bei dem Test kam heraus, dass eine kunden- und bedarfsorientierte Beratung eher selten zu bekommen ist. Soll die Leistung über ein freundliches Auftreten und das richtige Beraten von Fragen hinausgehen, sieht es eher mau aus. Ausführlich werden viele Makler nur, wenn es um die Beschreibung der Vorzüge einer Immobilie geht.

Bezahlung clever geregelt

In vielen Regionen ist die Bezahlung der Immobilienmakler derart geregelt, dass diese über eine vom Käufer zu zahlende Provision geführt wird. Üblich sind hier 7,14 Prozent des Kaufpreises, die Mehrwertsteuer ist im Preis bereits enthalten. Leicht ergeben sich damit Beträge im fünfstelligen Bereich. Der Käufer bekommt im Gegenzug aber nur das Exposé, welches er auch im Internet finden kann und einen Termin zur Besichtigung. Weitere Informationen sind eher selten zu finden. Zumindest in den Erstgesprächen, die in den Tests geführt wurden, sind die angeblichen Käufer nicht besonders gut informiert worden.
Aufgefallen ist bei der Untersuchung zudem, dass die Käufer meist gar nicht zu ihren Wünschen befragt werden. Welche Anzahl an Quadratmetern benötigen sie? Soll das Haus nur über eine Etage verfügen oder kann es sich über drei Stockwerke ziehen? Wo liegt der Einzugsbereich?
Meist ist den Verkäufern nur am Verkauf eines bestimmten Objekts gelegen, andere Immobilien, die vielleicht besser zu den Vorstellungen der Käufer passen würden, werden oftmals gar nicht erst angeboten. Vor allem der Verkaufspreis ist hier ausschlaggebend.
Wichtig zu wissen für den Kaufinteressenten: Eine technische Beratung ist nicht Aufgabe des Immobilienberaters. Wer ganz sicher gehen möchte, sollte daher vor dem Kauf einen Gutachter beauftragen. Dieser stellt eventuelle Mängel des Gebäudes fest und wird zudem ehrliche Antworten auf die Fragen nach dem Zustand des Objekts geben.

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